„Wozu gibt es überhaupt noch einen Notarzt?“ So lautet eines der größten Komplimente, das Jürgen Schütz und Mario Deppner während eines Einsatzes schon mal zu hören bekommen. Schütz ist seit 19 Jahren Rettungsassistent beim Arbeiter-Samariter-Bund, Deppner befindet sich derzeit in der Ausbildung hierzu. „Früher hat sich unsere Arbeit meist auf Blutdruckmessen und Sauerstoffgeben beschränkt“, sagt Schütz. „Doch das hat sich radikal gewandelt, mittlerweile übernehmen wir nun mal jede Menge Aufgaben, die früher dem Notarzt vorbehalten waren.“
Das ist einer der Gründe, weshalb Mario Deppner uneingeschränkt von einem „Traumjob“ spricht, den er da anpeilt: „Rettungsassistent ist meiner Ansicht nach ein hochinteressanter Beruf, der täglich neue Menschen und täglich neue Situationen mit sich bringt.“ Der 22-Jährige aus Eckental absolviert derzeit sein Ausbildungsjahr in der Rettungswache des ASB Gräfenberg. Zuvor hat er an der ASB-Berufsfachschule in Lauf ein Jahr lang die Schulbank gedrückt. Ein Jahr, das Deppner als „spannende Zeit“ beschreibt, während der er insbesondere den Trainingsparcours SanArena schätzen gelernt habe. Die Arena umfasst unter anderem einen originalgetreu nachgestellten Verkehrsunfall, aber auch Baustellen- und Wohnungsnachbauten, in denen sich alltägliche Unfallszenarien realitätsnah nachstellen lassen.
Waldarbeiter eingeklemmt
„Speziell die Übungen in der Baustelle haben mir sehr dabei geholfen, meinen bislang größten Einsatz fehlerfrei zu absolvieren“, sagt Deppner. Kürzlich sei nämlich ein Waldarbeiter bei Sägearbeiten von einem Baum eingeklemmt worden – eine Oberschenkelfraktur und Beeinträchtigungen der Wirbelsäule seien die Folge gewesen. „Wir haben den Mann in einer Spezialtrage vakuumgebettet und ihn danach im Auto intubiert“, erzählt der 22-Jährige. „Anschließend ist er per Hubschrauber in eine Klinik geflogen worden.“
Doch auch altgediente Kräfte wie eben Jürgen Schütz profitieren davon, dass es sich bei der Gräfenberger Wache um eine ASB-Lehrrettungswache handelt. „Durch die Beschäftigung und die Zusammenarbeit mit den Auszubildenden sind natürlich auch wir immer auf dem aktuellsten Stand“, betont er. „Solch motivierte junge Kollegen wie Mario helfen uns dabei, unsere Leistungen immer auf einem hohen Niveau halten zu können. Das ist unser Ziel. Denn auch für mich ist Rettungsassistent nichts anderes als ein Traumjob.“
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